Lexikon der Phantominseln

Nicht nur um das sagenhafte Atlantis, das Platon im 4. Jh. v. Chr. beschrieb, ranken sich abenteuerliche Sagen und Legenden. Im gleichen Jahrhundert berichtete der griechische Entdecker Pytheas von einer Insel namens Thule im hohen Norden, doppelt so gross wie Island. In allen Meeren tauchten im Lauf der Jahrhunderte immer wieder kleinste Eilande oder auch ganze Kontinente auf, die angeblich von Seefahrern gesichtet wurden. Ein Beispiel: Amerigo Vespucci, nach dem der Doppelkontinent Amerika benannt ist, sah 1504 zwischen den Falklandinseln und Südgeorgien eine über 100 Kilometer lange Insel. Kartografen rätseln heute noch, ob der Florentiner wohl einer Täuschung zum Opfer fiel, indem er eine gewaltige Eisscholle sichtete. Oder ein vulkanisches Eiland, das im Meer versank. Bis 1762 blieb die Insel verschwunden. Sie wurde angeblich von der Besatzung eines spanischen Handelsschiffs erneut gesichtet, versank dann bis ins 19. Jahrhundert in Vergessenheit und gilt seither als Legende. Solche Phantominseln finden sich immer wieder auf Seekarten und in Logbüchern. Ihre Existenz hält aber einer näheren Überprüfung selten stand. Der Autor hat 30 dieser imaginären Inseln und deren Geschichte zusammengetragen. Seine Fleissarbeit hat teils kuriose Berichte zutage gefördert. Selbst im Zeitalter von Luftverkehr und Überwachungssatteliten sind die angeblichen Entdeckungen wie auch die Widerlegung der Existenz solcher Inseln eine abenteuerliche gedankliche Reise. Es geht um Machtgelüste, Hochstapelei, Kurzsichtigkeit und Betrug. Wie alle Bücher aus dem mare-Verlag zeugt auch dieses Werk von handwerklich einwandfreier Buchbindearbeit.

Vorgestellt in Ausgabe 166

Ausgabe: 2016
Autor: Dirk Liesemer
Format: 13.5 x 21 cm
ISBN: 978-3-86648-236-4
Verlag: Dirk Liesemer
CHF 32.50
 

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